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Medical Food von Anthony William – was wäre, wenn wir Lebensmittel völlig unterschätzen?
Warum Obst und Gemüse vielleicht viel mehr sind als einfach nur „gesund“
Lesedauer: ca. 12–15 Minuten
Es gibt Bücher, bei denen weiß man schon nach dem Titel ziemlich genau, was einen erwartet.
Und dann gibt es Bücher wie „Medical Food“ von Anthony William.
Schon der Untertitel ist eine Ansage:
„Warum Obst und Gemüse als Heilmittel potenter sind als jedes Medikament.“
Da kann man eigentlich kaum neutral bleiben.
Entweder man denkt: Endlich sagt es mal jemand.
Oder: Na, jetzt übertreibt er aber gewaltig.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich dieses Buch so interessant finde.
Denn Anthony William schreibt nicht einfach den nächsten Ernährungsratgeber darüber, warum wir mehr Gemüse essen, weniger Zucker konsumieren und unsere Vitamine nicht vergessen sollten.
Er geht sehr viel weiter.
Für ihn sind Lebensmittel nicht einfach Nährstofflieferanten. Sie besitzen Eigenschaften, Kräfte und teilweise sogar eine emotionale und spirituelle Bedeutung.
Eine Kartoffel ist bei ihm nicht einfach eine Kartoffel.
Eine wilde Blaubeere ist nicht einfach eine Blaubeere.
Und ein Apfel besteht nicht nur aus Wasser, Ballaststoffen, Vitaminen und ein bisschen Fruchtzucker.
Anthony William betrachtet Lebensmittel als etwas Lebendiges.
Als Lebens-Mittel.
Und allein dieser Gedanke hat mich neugierig gemacht.
Warum dieses Buch?
Wir leben in einer ziemlich merkwürdigen Zeit.
Auf der einen Seite wissen wir wahrscheinlich mehr über Ernährung als jede Generation vor uns.
Wir kennen Kalorien.
Proteine.
Omega-3-Fettsäuren.
Mikronährstoffe.
Antioxidantien.
Blutzucker.
Insulin.
Darmbakterien.
Ballaststoffe.
Und vermutlich hat irgendeine App auf unserem Handy sogar schon ausgerechnet, ob unser Frühstück genügend Eiweiß enthält.
Gleichzeitig sind unglaublich viele Menschen vollkommen verunsichert, wenn es ums Essen geht.
Obst? Zu viel Zucker.
Kartoffeln? Zu viele Kohlenhydrate.
Brot? Gluten.
Fett? Kommt darauf an, welches.
Milch? Schwierig.
Kaffee? Heute gesund, morgen ungesund und übermorgen wahrscheinlich wieder gesund.
Wir haben Essen zerlegt.
- In Tabellen.
- In Makronährstoffe.
- In Regeln.
- In Verbote.
Und manchmal habe ich das Gefühl, dass uns dabei etwas verloren gegangen ist.
Nämlich das Staunen darüber, was Nahrung eigentlich ist.
Etwas wächst aus der Erde.
Ein winziger Same wird zu einer Pflanze.
Ein Baum zieht Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden, richtet seine Blätter ins Sonnenlicht und irgendwann hängt dort ein Apfel.
Das ist doch eigentlich ziemlich verrückt.
Und genau an dieser Stelle setzt Medical Food für mich an.
Anthony William möchte unseren Blick auf Lebensmittel verändern.
Nicht nur:
Was steckt drin?
Sondern:
Was könnte dieses Lebensmittel für mich bedeuten?
Was kann es meinem Körper geben?
Welche Eigenschaften verkörpert es?
Welche Beziehung habe ich eigentlich zu meiner Nahrung?
Und ja: Spätestens hier wird das Buch ungewöhnlich.
Sehr ungewöhnlich sogar.
Aber vielleicht muss ein Buch manchmal genau das sein, damit man beginnt, anders über etwas nachzudenken.
Das Buch in 60 Sekunden
Titel: Medical Food
Autor: Anthony William
Untertitel: Warum Obst und Gemüse als Heilmittel potenter sind als jedes Medikament
Verlag: Arkana
Deutsche Erstausgabe: 2017
Umfang: 400 Seiten
ISBN: 978-3-442-34225-9
Die amerikanische Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel Medical Medium Life-Changing Foods. Die deutsche Ausgabe erschien 2017 bei Arkana.
Im Mittelpunkt stehen bei Anthony William die sogenannten „Heiligen Vier“:
Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze sowie wild wachsende essbare Pflanzen beziehungsweise Lebensmittel aus dieser Gruppe.
Das Buch widmet einzelnen Lebensmitteln eigene Kapitel. Darunter finden sich beispielsweise Äpfel, Avocados, Bananen, Beeren, Datteln, Kartoffeln, Gurken, Staudensellerie, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, Zitronenmelisse, Brennnessel, Honig und wilde Blaubeeren.
Dazu kommen Rezepte, Zubereitungsideen und Williams Gedanken darüber, welche körperlichen, emotionalen und spirituellen Eigenschaften er diesen Lebensmitteln zuschreibt. Das Inhaltsverzeichnis zeigt außerdem Kapitel über Fruchtbarkeit, Gesundheitstrends und Lebensmittel, die William kritisch betrachtet.
Und genau diese Mischung aus Ernährung, Naturheilkunde und Spiritualität macht das Buch so besonders.
Oder, je nach persönlicher Sichtweise, natürlich auch so kontrovers.
Mein Lesehäppchen
Ich möchte dir hier ganz bewusst keine halbe Buchseite kopieren.
Dafür gibt es die offizielle Leseprobe des Verlages.
Aber diesen einen Satz aus der Einleitung möchte ich herausnehmen:
„Diese Nahrungsmittel sind nämlich bereits die schweren Geschütze.“
Anthony William, Medical Food, Einleitung.
Und genau dieser Satz beschreibt eigentlich das ganze Buch.
Denn William sagt nicht:
Obst und Gemüse sind auch ganz nett.
Oder:
Vielleicht sollten wir davon ein bisschen mehr essen.
Er dreht den Gedanken komplett um.
Nicht die Lebensmittel sind die Ergänzung.
Sie sind für ihn etwas Fundamentales.
Etwas, dessen Bedeutung wir seiner Ansicht nach unterschätzen.
Und genau an dieser Stelle beginnt das Buch interessant zu werden.
Denn selbst wenn ich nicht jede Schlussfolgerung teile, bleibt die Frage:
Was wäre, wenn wir die Lebensmittel, die täglich vor uns liegen, tatsächlich unterschätzen?
Die komplette offizielle Leseprobe kannst du hier kostenlos beim Verlag lesen:
Offizielle Leseprobe zu „Medical Food“ öffnen
Der Satz, der hängen bleibt
Für mich ist es tatsächlich genau dieser Satz:
„Diese Nahrungsmittel sind nämlich bereits die schweren Geschütze.“
Nicht unbedingt, weil ich daraus ableiten würde, Medikamente seien grundsätzlich unnötig.
Das tue ich ausdrücklich nicht.
Sondern weil der Satz eine interessante Verschiebung erzeugt.
Wir betrachten Gesundheit häufig erst dann intensiv, wenn etwas nicht mehr funktioniert.
Dann suchen wir nach einer Lösung.
- Nach einem Medikament.
- Einem Therapeuten.
- Einer Methode.
- Einem Nahrungsergänzungsmittel.
Irgendetwas, das das Problem wieder repariert.
Aber Essen findet jeden Tag statt.
Mehrmals.
Ganz unspektakulär.
Vielleicht liegt genau darin eine gewisse Blindheit.
Weil etwas alltäglich ist, erscheint es uns weniger mächtig.
Dabei ist die Frage, was wir unserem Körper jeden einzelnen Tag zuführen, natürlich nicht nebensächlich.
Und dafür braucht man noch nicht einmal die spirituellen Erklärungen Anthony Williams.
Schon der Gedanke reicht:
Gesundheit entsteht nicht nur in außergewöhnlichen Momenten. Sie entsteht zu einem großen Teil im Alltag.
- Beim Schlafen.
- Beim Atmen.
- Beim Bewegen.
- Beim Essen.
- Immer wieder.
Tag für Tag.
Drei Gedanken, die ich aus „Medical Food“ mitnehme
- Vielleicht sollten wir Lebensmittel wieder als Ganzes betrachten
Wir sind sehr gut darin geworden, Lebensmittel auseinanderzunehmen.
Eine Orange enthält Vitamin C.
Eine Banane Kalium.
Leinsamen Omega-3-Fettsäuren.
Hülsenfrüchte Protein.
Und natürlich sind solche Informationen hilfreich.
Aber manchmal führt dieses Denken auch dazu, dass wir irgendwann nur noch Stoffe sehen.
Vitamin C lässt sich schließlich auch in eine Tablette pressen.
Kalium gibt es als Nahrungsergänzung.
Proteinpulver sowieso.
Aber eine Heidelbeere ist eben nicht nur eine Ansammlung einzelner Nährstoffe.
Sie ist ein Lebensmittel.
Und vielleicht ist das ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.
Anthony William geht mit diesem Gedanken sehr weit. Für ihn besitzen Lebensmittel zusätzlich emotionale und spirituelle Qualitäten.
Das muss man nicht übernehmen.
Aber die grundsätzliche Frage gefällt mir:
Was passiert, wenn wir Nahrung nicht immer weiter zerlegen, sondern wieder als Ganzes wahrnehmen?
Vielleicht verändert das sogar, wie wir essen.
Nicht mehr:
Was muss ich heute noch konsumieren?
Sondern:
Was würde meinem Körper heute guttun?
Das ist für mich ein vollkommen anderes Gefühl.
- Essen darf wieder etwas mit Freude zu tun haben
Was mir beim Blick in dieses Buch angenehm auffällt: Essen wird nicht nur über Verbote erzählt.
Und davon haben wir meiner Meinung nach mehr als genug.
- Kein Zucker.
- Kein Gluten.
- Keine Kohlenhydrate.
- Kein Fett.
- Keine Milch.
- Kein dies.
- Kein jenes.
Ernährung kann irgendwann zu einem Vollzeitjob werden.
Und plötzlich steht man im Supermarkt und hat bei 30.000 Lebensmitteln das Gefühl, man dürfe eigentlich gar nichts mehr essen.
Anthony Williams Ansatz richtet den Blick sehr stark auf die Dinge, die wir essen können.
- Mehr Früchte.
- Mehr Kräuter.
- Mehr Gemüse.
- Mehr natürliche Lebensmittel.
Das finde ich grundsätzlich sympathisch.
Denn Veränderung funktioniert für mich häufig besser über ein Mehr von etwas Gutem als über ein ständiges Weniger von etwas Schlechtem.
Vielleicht esse ich automatisch weniger stark verarbeitete Lebensmittel, wenn mein Teller bereits voller Dinge ist, die mir guttun.
Das ist etwas anderes, als mir permanent etwas zu verbieten.
Und vielleicht auch wesentlich entspannter.
- Nicht jede interessante Idee muss automatisch eine wissenschaftliche Wahrheit sein
Dieser Gedanke ist mir bei Medical Food besonders wichtig.
Denn Anthony William macht keinen Hehl daraus, woher ein Teil seiner Informationen seiner eigenen Darstellung zufolge kommt.
Er beschreibt eine geistige Quelle, die er „Geist“ nennt, und erklärt selbst, einige seiner Informationen gingen über den derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand hinaus.
Das ist ein entscheidender Punkt.
Denn damit bewegen wir uns nicht mehr nur im Bereich klassischer Ernährungswissenschaft.
Wir bewegen uns auch im Bereich persönlicher Überzeugung und Spiritualität.
Und das darf man unterscheiden.
Ich finde, man darf ein Buch lesen, ohne jede Aussage glauben zu müssen.
Eigentlich finde ich sogar, so sollte man Bücher lesen.
Mit Offenheit.
Aber nicht mit ausgeschaltetem Verstand.
Ich kann einen Gedanken faszinierend finden und gleichzeitig sagen:
Dafür hätte ich gerne Belege.
Ich kann etwas ausprobieren, weil es mir guttut, ohne daraus ein allgemeingültiges Heilversprechen zu machen.
Und ich kann eine spirituelle Sichtweise inspirierend finden, ohne sie automatisch mit Wissenschaft gleichzusetzen.
Diese Unterscheidung macht ein Buch für mich nicht weniger interessant.
Im Gegenteil.
Sie macht das Lesen spannender.
Was ich kritisch sehe
Und jetzt kommen wir zu dem Teil, den ich bei Buchrezensionen fast wichtiger finde als das Lob.
Denn wenn bei mir irgendwann jedes vorgestellte Buch „unglaublich“, „lebensverändernd“ und „absolute Pflichtlektüre“ ist, kannst du meine Rezensionen eigentlich auch gleich ignorieren.
Bei Medical Food gibt es Dinge, die ich klar kritisch sehe.
Der Titel selbst ist schon sehr weitreichend.
„Warum Obst und Gemüse als Heilmittel potenter sind als jedes Medikament“ ist eine Formulierung, die schnell so verstanden werden könnte, als könnten Lebensmittel Medikamente ersetzen.
Das wäre eine problematische Schlussfolgerung.
Auch der Verlag stellt ausdrücklich klar, dass die Aussagen des Buches die persönlichen Erfahrungen, Ansichten und Erkenntnisse Anthony Williams wiedergeben, keine medizinische oder psychologische Therapie darstellen und einen Arztbesuch nicht ersetzen.
Das sollte man ernst nehmen.
Denn natürlich können Lebensmittel einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Lebensweise leisten.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine bestimmte Frucht eine Erkrankung behandelt oder dass eine medizinisch notwendige Therapie abgesetzt werden sollte.
Und dann gibt es die spirituelle Ebene.
William beschreibt, dass er seine Informationen von einer geistigen Quelle erhält.
Für manche Menschen wird genau das der faszinierendste Teil des Buches sein.
Andere werden wahrscheinlich spätestens hier das Buch zuklappen.
Ich finde beides legitim.
Was ich schwierig fände, wäre nur, persönliche oder spirituelle Erkenntnisse als wissenschaftlich bewiesen darzustellen, wenn sie es nicht sind.
Deshalb würde ich Medical Food immer mit zwei Dingen lesen:
Neugier und gesundem Menschenverstand.
Nicht alles sofort ablehnen.
Aber auch nicht alles sofort glauben.
Ich finde, zwischen diesen beiden Extremen liegt sowieso meistens der spannendste Platz.
Was das Buch trotzdem richtig gut kann
Trotz dieser Kritik schafft Anthony William etwas, das viele Ernährungsbücher nicht schaffen.
Er macht Lust auf Lebensmittel.
Und zwar nicht auf irgendwelche exotischen Pulver für 79 Euro pro Dose.
- Sondern auf Äpfel.
- Kartoffeln.
- Blaubeeren.
- Kräuter.
- Gurken.
- Datteln.
- Zwiebeln.
Dinge, die wir teilweise jeden Tag sehen.
Und plötzlich bekommen sie wieder Aufmerksamkeit.
Das gefällt mir.
Denn vielleicht brauchen wir manchmal gar nicht noch das nächste Superfood vom anderen Ende der Erde.
Vielleicht lohnt es sich schon, die Dinge wieder wahrzunehmen, die längst vor uns liegen.
Das ist für mich eine der schönsten Botschaften dieses Buches.
Für wen ist „Medical Food“ geeignet?
Ich würde dieses Buch Menschen empfehlen, die gerne über den Tellerrand klassischer Ernährungsliteratur hinausschauen.
Vor allem dann, wenn du dich für die Verbindung aus
Ernährung, natürlicher Lebensweise, ganzheitlicher Gesundheit und Spiritualität
interessierst.
Du solltest allerdings bereit sein, Aussagen zu begegnen, die weit über klassische Ernährungswissenschaft hinausgehen.
Wenn du ein Buch suchst, das ausschließlich wissenschaftliche Studien auswertet und jede Aussage mit entsprechenden Forschungsarbeiten belegt, ist Medical Food wahrscheinlich nicht das richtige Buch für dich.
Wenn du dagegen gerne sagst:
„Ich lese es mir erst einmal durch und entscheide dann selbst, was ich davon mitnehme“,
dann kann dieses Buch ausgesprochen spannend sein.
Auch als Nachschlagewerk finde ich die Grundidee interessant.
Man muss die 400 Seiten nämlich nicht zwangsläufig am Stück lesen.
Man kann sich einzelne Lebensmittel herausgreifen.
Heute vielleicht den Apfel.
Morgen die Kartoffel.
Dann Kurkuma.
Datteln.
Blaubeeren.
Oder Staudensellerie.
Und einfach einmal schauen, was William darüber schreibt.
Für wen ist das Buch eher nichts?
Wenn du mit Spiritualität grundsätzlich überhaupt nichts anfangen kannst und dich die Vorstellung einer geistigen Informationsquelle eher ärgert als neugierig macht, wirst du wahrscheinlich mit einigen Teilen des Buches Schwierigkeiten haben.
Auch wenn du ausschließlich einen evidenzbasierten medizinischen Ernährungsratgeber suchst, würde ich dir ein anderes Buch empfehlen.
Und ganz wichtig:
Wenn du aufgrund einer Erkrankung wissen möchtest, was du essen oder welche Medikamente du nehmen beziehungsweise absetzen solltest, gehört diese Entscheidung nicht in die Hände eines Buches.
Dann gehört sie in die individuelle medizinische Beratung.
Ein Buch darf Impulse geben.
Es darf Fragen stellen.
Es darf Perspektiven verändern.
Aber es sollte nicht den Arzt ersetzen.
Mein Fazit zu „Medical Food“
Was bleibt also?
Für mich vor allem eines:
Neugier.
Neugier auf Dinge, von denen wir glauben, dass wir sie längst kennen.
- Einen Apfel.
- Eine Kartoffel.
- Ein paar Blaubeeren.
- Eine Gurke.
Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Buches.
Anthony William schafft es, etwas Alltägliches wieder außergewöhnlich erscheinen zu lassen.
Man muss seine Erklärungen nicht komplett übernehmen.
Man muss nicht jede gesundheitliche Behauptung glauben.
Man darf Stellen markieren und denken:
Interessant.
Man darf an anderer Stelle den Kopf schütteln.
Und ein paar Seiten später plötzlich Lust bekommen, beim nächsten Einkauf eine Schale Blaubeeren mitzunehmen.
Das ist für mich vollkommen in Ordnung.
Ich wünsche mir von einem guten Buch nicht, dass es für mich denkt.
Ich wünsche mir, dass es mich zum Denken bringt.
Und Medical Food tut genau das.
Vielleicht ist Nahrung Medizin.
Vielleicht ist dieser Satz manchmal zu groß.
Vielleicht haben wir aber auch einfach vergessen, wie unmittelbar unsere Verbindung zur Natur über das Essen eigentlich ist.
Zwischen diesen Gedanken bewegt sich dieses Buch.
Und genau deshalb finde ich es lesenswert.
Nicht als Bibel.
Nicht als Ersatz für Medizin.
Sondern als Einladung, einen Apfel vielleicht einmal wieder anzuschauen, bevor wir einfach hineinbeißen.
Und uns daran zu erinnern:
Das hier ist nicht irgendein Produkt.
Da ist etwas gewachsen.
Aus Erde.
Wasser.
Licht.
Und Zeit.
Vielleicht ist allein das schon ziemlich außergewöhnlich.
Meine Bewertung
Nachhall: ⭐⭐⭐⭐⭐
Das Buch hinterlässt Gedanken, über die man auch nach dem Lesen noch nachdenkt.
Neue Perspektiven: ⭐⭐⭐⭐⭐
Lebensmittel werden hier definitiv einmal anders betrachtet.
Praxiswert: ⭐⭐⭐⭐
Durch die einzelnen Lebensmittelporträts, Rezepte und Zubereitungsempfehlungen lässt sich vieles unkompliziert in den Alltag übertragen.
Wissenschaftliche Einordnung: ⭐⭐
Viele spezielle Aussagen des Autors gehen ausdrücklich über etablierte wissenschaftliche Erkenntnisse hinaus beziehungsweise beruhen auf seiner spirituellen Informationsquelle.
Kontroversitätsfaktor: ⭐⭐⭐⭐⭐
Oh ja.
Würde ich darin stöbern?
Definitiv.
Muss ich alles glauben, was darin steht?
Definitiv nicht.
Und vielleicht ist genau das die interessanteste Art, ein Buch zu lesen.
Das Buch
Anthony William – Medical Food
Warum Obst und Gemüse als Heilmittel potenter sind als jedes Medikament
Noch unsicher? Erst einmal hineinlesen.
Bevor du ein Buch kaufst, schau doch einfach selbst hinein.
Der Verlag stellt eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung:
Kostenlose offizielle Leseprobe von „Medical Food“
Und dann entscheide selbst.
Denn genau darum soll es in meinen Buchempfehlungen gehen.
Nicht darum, dass ich dir erzähle, welches Buch du unbedingt kaufen musst.
Sondern darum, Bücher zu entdecken.
Gedanken auszuprobieren.
Dinge zu hinterfragen.
Und manchmal zwischen zwei Buchdeckeln auf eine Idee zu stoßen, die vorher noch nicht da war.

