Von 90 Quadratmetern auf 6 Quadratmeter

Von 90 Quadratmetern auf 6 Quadratmeter – warum ich mein Zuhause gegen einen Camper getauscht habe

Vor sechs Jahren habe ich eine Entscheidung getroffen, die viele bis heute nicht verstehen. Ich habe mein Zuhause auf sechs Quadratmeter verkleinert. Und nein – das war keine spontane Schnapsidee. Es war auch keine Flucht.

Es war eine bewusste Entscheidung.

Angefangen hat alles mit einem Gedanken

Noch bevor Corona unser Leben auf den Kopf gestellt hat, wusste ich, dass ich mich selbstständig machen möchte. Ich hatte eine wunderschöne Wohnung mit rund 90 Quadratmetern. Viel Platz. Viele Möglichkeiten. Aber gleichzeitig wusste ich auch:

Wenn ich den Schritt in die Selbstständigkeit wage, möchte ich meine monatlichen Fixkosten deutlich reduzieren. Also begann ich, nach einer kleineren Wohnung zu suchen. 

Zumindest dachte ich das.

Aus einer kleineren Wohnung wurde plötzlich ein Camper

Je länger ich gesucht habe, desto öfter stellte ich mir eine ganz andere Frage:

Brauche ich überhaupt eine Wohnung?

Ich hatte schon länger gemerkt, dass klassisches Wohnen für mich nicht mehr ganz passte. Ich wollte freier leben. Einfacher. Mit weniger Ballast.

Und plötzlich stand da dieser Gedanke im Raum:

„Warum eigentlich nicht im Camper wohnen?“

Aus einer kleineren Wohnung wurde innerhalb weniger Wochen ein komplett neuer Lebensentwurf.

Zwei Monate später war mein Leben ein anderes

Innerhalb von gerade einmal zwei Monaten zog ich aus meiner 90-Quadratmeter-Wohnung in einen sechs Quadratmeter großen Kastenwagen. Wenn ich das heute erzähle, schauen mich viele Menschen mit großen Augen an. Und ehrlich gesagt verstehe ich das. 

Denn von außen wirkt diese Entscheidung ziemlich verrückt.

Warum ausgerechnet ein Kastenwagen?

Ich habe mich ganz bewusst für einen Fiat Ducato als Kastenwagen entschieden.

Für mich war wichtig: Ich wollte darin stehen können. Ich wollte autark sein. Und ich wollte trotzdem ein Fahrzeug, das alltagstauglich bleibt. Ich kann damit ganz normal einkaufen fahren. Auf fast jedem Parkplatz stehen. Durch Innenstädte fahren.

Und falls du dich fragst:

Ja … ich behaupte tatsächlich, dass ich mit meinem Camper inzwischen besser parke als so mancher PKW. (kleine Anspielung an all jene für die Parkmarkierungen eher Leitlinien denn Parkplätze sind)

Einfach, weil ich deutlich bewusster fahre.

Was viele unterschätzen

Als ich eingezogen bin, hatte ich viel zu viele Sachen dabei. Winterkleidung. Sommerkleidung. Werkzeug. Küchenutensilien. Dies. Das.

Und natürlich dachte ich:

„Ach, das bekomme ich schon irgendwie unter.“

Bekam ich auch. Nur war plötzlich kaum noch Platz. 

Heute weiß ich: Im Camper zählt nicht, wie viel Stauraum vorhanden ist.

Sondern wie wenig man wirklich braucht.

Mein Zuhause ist klein – aber vollständig

Viele fragen mich:

„Hast du denn überhaupt alles?“

Meine Antwort lautet immer:

Ja.

Ich habe eine Küche. Ein Badezimmer. Ein Bett. Eine Dinette, die gleichzeitig Wohnzimmer und Büro ist. Stauraum. Heizung. Und natürlich fährt mein Zuhause auch noch.

Zusätzlich hatten anfangs auch noch zwei Katzen ihre Unterkunft, denn die mussten ja schließlich mit. Mein Kater ist mitlerweile im Katzenhimmel. So ist es jetzt ein Mädels Van. 

Mehr brauche ich nicht.

Freiheit bedeutet auch Verantwortung

Was in sozialen Medien oft nicht gezeigt wird:

Vanlife bedeutet nicht nur Freiheit. Es bedeutet vor allem Dingen Flexibilität. Es bedeutet Organisation. Wasser auffüllen. Grauwasser entsorgen. Gasflaschen tauschen. Den Strom im Blick behalten.

Und manchmal spielt das Wetter auch immer wieder eine große Rolle.

Im Winter braucht man mehr Gas. Im Sommer mehr Schatten.

Und trotzdem würde ich mich immer wieder dafür entscheiden.

Deutschland ist digitaler geworden – aber noch lange nicht digital

Viele glauben, man könne einfach losfahren und brauche nichts weiter. Kann man machen. Ganz so einfach ist es leider nicht. Du brauchst eine Meldeadresse. Du brauchst eine Möglichkeit, Post zu empfangen. Viele Behörden arbeiten noch immer lieber mit Briefen als digital.

Auch das gehört zum Alltag dazu.

Was ich in sechs Jahren gelernt habe

Vanlife bedeutet für mich nicht, ständig am Meer zu stehen. Nicht jeden Abend einen Sonnenuntergang zu fotografieren. Nicht dauerhaft Urlaub zu machen.

Vanlife ist mein Zuhause. Ich arbeite. Ich koche. Ich putze. Ich unterrichte. Ich schreibe Blogartikel. Ich begleite Menschen. Ich erledige Einkäufe.

Ergo: Ich mache ich, was andere auch machen.

Nur eben auf sechs Quadratmetern.

Und weißt du was?

Ich vermisse erstaunlich wenig.

Willkommen in meiner Vanlife-Welt

In dieser Kategorie möchte ich dich mitnehmen. Ich erzähle dir nicht nur von schönen Stellplätzen. Sondern auch von den Herausforderungen. Vielleich von meinen Fehlern. Von cleveren Lösungen. Von Gadgets, die wirklich sinnvoll sind.

Und von Dingen, die ich heute ganz sicher nicht mehr kaufen würde.

Wenn du selbst vom Vanlife träumst, bereits im Camper unterwegs bist oder einfach neugierig bist, dann freue ich mich, wenn du mich auf dieser Reise begleitest.

Denn eines kann ich dir schon jetzt verraten: Vanlife ist viel mehr als ein Fahrzeug. Es ist eine andere Art zu leben.

Und genau davon möchte ich dir hier erzählen. 🚐✨

Deine Marika

Und hey, wenn du Fragen hast, schreib sie mir unten im Kommentarfeld. 

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